6. Schilddrüse & Nebenschilddrüsen

 

Heute geht es um unseren kleinen Schmetterling. Dieser macht ganz schön Theater in unserem Hashi-Organismus. Doch eines möchte dieser kleiner Kerl nur – Fliegen, Schweben, die Flügel ausbreiten und einfach sein.

Medizinisch wird die Schilddrüse als „Glandula thyreoidea“ bezeichnet, wie sie auch im Englischen noch ganz einfach heißt „thyriod gland“. Gland steht hier für Drüse. Sie befindet sich vorn am Hals vor unserer Luftröhre. Im oberen Bereich grenzt sie an den Schildknorpel des Kehlkopfes, was hierzulande oft sichtbar als „Adamsapfel“ hervorstehen kann. Sie besteht aus zwei Schilddrüsenlappen, welche links und rechts neben der Luftröhre platziert sind, daher die Form eines Schmetterlings. Eine schmale kleine Brücke, Isthmus genannt, verbindet diese beiden Lappen. Durch diese Verbindung kann sich die Schilddrüsse beim Schlucken heben und auch wieder senken.

Das Gewicht der Schilddrüse eines Erwachsenen liegt bei ca. 20 und 30 Gramm, wobei sich die Größe je nach Alter, Geschlecht und Körpergröße unterscheidet. Das Volumen wird in Gramm oder Mililiter angegeben, was du bestimmt schon einmal auf deinem Arztbericht gefunden hast. Es kann bei einer Hashimoto Thyreoiditis zu den bekannten Symptomen wie Kloßgefühl im Hals oder Heiserkeit kommen. Die Heiserkeit lässt sich dadurch erklären, dass die beiden Nerven, die für die Stimmbandfunktion zuständig sind, an der Schilddrüse entlangziehen und somit die Schilddrüsennervenbahnen beeinträchtigen.

Die Nebenschilddrüsen befinden sich seitlich an der Rückseite der Schilddrüsenlappen (je zwei oder sogar manchmal drei). Sie werden auch Epithelkörperchen genannt und bestehen aus reiskorngroßen Drüsen, welche ganz unabhängig von der Schilddrüse arbeiten und mit ihren Hormonen den Kalzium- und Phosphorspiegel im Blut regulieren. Dies geschieht durch das Parathormon.


Schilddrüse …

Unsere Schilddrüse produziert die Hormone Thyroxin (Tetrajodthyroxin, T4) und das Trijodthyroxin, T3.

Wie zu erkennen ist, spielt hier das Spurenelement Jod eine immense Rolle bei der Produktion der Schilddrüsenhormone. Ein Erwachsener benötigt täglich 180-200 Mikrogramm Jod, welches im Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf gelangt und dort in mehreren Transformationsschritten in die Hormonmoleküle der Schilddrüsenhormone eingebaut wird.

Danach steuert das Hormon (TSH = Thyreoidea Stimulierendes Hormon) die Ausschüttung der Hormone T4 und T3. So kann man deutlich erkennen, dass wir Menschen unbedingt, und ich denke auch ebenso wir Hashis, einen Jodbedarf haben. Die Hormone werden nun als Speicherhormone in unserem Körper zur Verfügung gestellt (die Speicherzeit beträgt ca. 2 Monate). Dann werden sie an Proteine gebunden und sodann bei Bedarf ins Blut abgegeben und uns zur Verfügung gestellt.

Unsere Schilddrüsenhormone regulieren den Glukose-, Fett- und Proteinstoffwechsel. Sie wirken auf die Muskeln, Energiehaushalt und Cholesterinspiegel.


Nebenschilddrüsen…

Die Nebenschilddrüsen produzieren keine Schilddrüsenhormone. Wie schon eingangs erwähnt, sind sie für den Kalzium- und Phosphathaushalt im Körper zuständig.

Kalzium ist wichtig für den Knochenbau, die Blutgerinnung sowie die Muskel- und die Nervenfunktion. Auch Phosphat ist  für den Knochenbau und zusätzlich für den Energiestoffwechsel im Körper zuständig.

Das Parathormon hat zweierlei Auswirkungen:

  1. Wenn der Kalziumspiegel im Blut abfällt, beginnt die Nebenschilddrüse das Parathormon zu bilden.
  • Dadurch beginnt eine direkte Freisetzung des Kalziums in unseren Knochen.

2. Den zweiten Einfluss hat das Parathormon auf die Nieren.

Hat sich unser Kalziumspiegel wieder normalisiert, sinkt das Parathormon wieder ab. Unser Körper kann je nach Bedarf super schnell die Produktion des Parathormons erhöhen oder senken, es ist nicht langlebig.


Es ist wichtig, falls du Symptome hast, auch immer die Nebenschilddrüsen untersuchen zu lassen, bzw. das Parathormon. Ein guter Endokrinologe wird das in seiner Diagnostik beachten.

Wenn die Nebenschilddrüse zuviel Parathormon ausschüttet, gerät man in eine Überfunktion (auch Hyperparathyreoidismus) genannt.

Symptome sind hier folgende:

  • Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Depressionen
  • Muskelschwäche
  • Ermüdbarkeit
  • Antriebslosigkeit

Es ist so, dass jetzt zuviel Kalzium aus unseren Knochen ins Blut gelanngt und dies wiederum den Muskelaparat, Niere und Galle (Steine) schwächt. Es kann im schwersten Fall zu Verkalkungen führen, die den Magen und die Niere betreffen.

Der umgekehrte Fall ist die Unterfunktion der Nebenschilddrüsen, was auf einen Mangel an Bildung des Parathormons beruht. Hierbei sinkt die Konzentration des Kalziumspiegels im Blut. Wir können verkrampfen, vor allem in den Armen und Beinen, aber auch im Bereich unserer Gesichtsmuskulatur und der Atemwege.

Diese Zustände können lebensbedrohlich sein.

Es gibt kein Medikament, welches das Parathormon ersetzen kann, daher muss immer Kalzium zusammen mit Vitamin D aufgefüllt werden. In den USA gibt es ein Mittel, welches aber zahlreiche Nebenwirkungen mit sich zieht und ich hier nicht propagieren möchte, aber der Vollständigkeit halber aufführe.

Ich hoffe, dir einen kleinen Einblick in das doch sehr theoretische Thema gegeben zu haben.

Fragen kannst du gern stellen.

 

Herzensgrüße, Nancy

 

 

 

Quelle: Leben mit Hashimoto

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