Achtsamkeit!

Achtsamkeit! ?

Ein so großes Wort und doch definiert es wohl jeder anders. Heutzutage wird einem dieses Wort regelrecht um die Ohren gepfeffert. An jeder Ecke, ob nun bei Instagram oder auf vielen Werbeseiten liest, sieht und hört man immer nur noch „Achtsamkeit“. Manchmal fühlt es sich für mich an wie ein Stop-Schild! Halt! Hier geht es nicht weiter. Ich muss mich erst einmal finden.  Dieses Wort allein macht schon etwas mit  mir – unterbricht meinen ganzen Gedankenkreis, in dem ich wieder einmal gefangen bin. Wo kommt es her? Aus dem Bauch, aus dem Kopf? Ich möchte achtsam sein. Auf mich „Acht geben“. Klingt schon einmal ganz gut. Wenn es schon kein anderer tut, dann muss ich das wohl auch selbst in die Hand nehmen.

Aber nun stehe ich da, ganz am Anfang meiner Persönlichkeitsentwicklung und soll achtsam sein! Wie nur soll ich etwas sein, was ich nicht eindeutig definieren kann?

Als ich erstmals mit diesem Wort konfrontiert wurde, konnte ich damit gar nichts anfangen. Kannte es nicht, doch tief in mir wusste ich, es muss etwas sein, was mir einen Mehrwert bringt und was mich in meiner Entwicklung weiterführt, mich zu mir selbst ein Stück weit näher bringt.


Achtsamkeit: betrachte ich dieses Wort fällt mir gleich ein „Achtung“, „auf etwas acht geben“! Also gebe ich auf alles nur ein wenig mehr Acht, lege mein Augenmerk darauf, auf mich selbst, mein Inneres  – meine Gefühle, meine Gedanken, meine Sinne und dies auch im Außen, wie wirken bestimmte Menschen gerade jetzt auf mich, was nehme ich wahr, wie empfinde ich Lärm,  den Regen zum Beispiel und und und….



Also könnte ich Achtsamkeit gleichbedeutend setzen mit dem „Leben im Jetzt!“

Ich bin also einfach auf meinem Beobachterposten, wie aus der Vogelperspektive schaue ich auf alles hinab und bin mir vollkommen bewusst, was genau jetzt im Inneren wie auch im Äußeren gerade passiert und das tue ich

▫️völlig wertfrei,
▫️ohne Urteil,
▫️ohne Ver
gleich,
▫️ohne emotionale Aufwallung,
▫️ohne Reaktion,
▫️ohne Aktion.

Ich bin also vollkommen im Sein und akzeptiere was ist, gerade in diesem Moment. Puh, finde ich für mich ganz schön schwierig. Haben wir doch sooft gelernt, Emotionen einfach zu ignorieren und nicht auszuleben.

Was aber nun, wenn ich total in Hektik, Ärger und Wut verfallen, tief in meinem Emotionen gefangen bin? Gerade bei Hashimoto. Ich liege nachts im Bett, werde wach, der Hals beginnt sich zuzuschnüren ich bekomme keine Luft. Bekomme ich wirklich keine Luft oder sind es nur meine Gedanken, meine Angst davor zu sterben?


Auch hier gilt es anzunehmen, alles laufen zu lassen, nichts zu unterdrücken, aber auch nicht zu bewerten – die Wut, Angst, Trauer zu sehen, zu beobACHTen! Früher habe ich mich gedanklich wirklich so richtig hineingesteigert und es wurde alles nur noch schlimmer. Der Knoten im Hals zog sich immer mehr zusammen, ich dachte NEIN!


Und genau dieses „Nein“ zu allem was gerade war, hat den Anfall vielmehr verstärkt.

Auch hier habe ich viel gelernt, habe es angenommen, habe beboachtet. Habe es zugelassen. Es nicht abgewehrt. Ich fragte mich wirklich, was ist wenn ich nun sterbe? Was willst du denn dagegeben tun? Wenn es so ist, kannst du es sowieso nicht ändern. Akzeptiere! Meine schrecklichen Gedanken lösten sich auf und machten Platz. Für mich waren die Anfälle Zeichen, Zeichen, dass ich etwas kürzer treten muss, mich nicht so verausgaben sollte, auf mich aufpassen soll – ACHT geben soll, mich um mich kümmern soll. Auch mal NEIN zu sagen, zu Verpflichtungen, die man eben doch nicht einhalten kann. Dinge auch abzugeben, zu delegieren, mir nicht zuviel aufzulasten – gerade arbeitstechnisch und auch privat. Projekte zu pausieren und sich einfach mal treiben zu lassen. Wir Menschen wollen immer alles unter Kontrolle haben, aber je mehr wir uns diesem Druck aussetzen, desto mehr verlieren wir den Überblick. Zurücklehnen und treiben lassen, ohne Wertung, ohne Konkurrenzdenken ist der Schlüssel.

Dieser Druck in der Schilddrüse ist also immer mein kleiner Reminder. So ist er kein Feind, sondern Bote einer mir bisher nicht bekannten Nachricht, die mein Körper mir sendet. Nicht immer verstehe ich auf Anhieb, aber mit Bewusstheit und Achtung kann ich oft erkennen, wofür die Nachricht steht. 

 



Ich weiß selbst, es ist immer alles leichter gesagt als getan und aller Anfang kann sehr holprig sein und man möchte alles Hinschmeißen.  Regelmäßigkeit ist hier unabdingbar. Sich selbst in Situationen zu beobachten, kann auch durchaus amüsant sein. Man lernt so viel über sich, schmunzelt auch des Öfteren. Bei mir sind es einfache Dinge, Momente der Hingabe, z.B. übe ich es beim Essen, mich nur darauf zu konzentrieren, dass ich eben gerade genussvoll esse, ohne TV, Musik etc. Ich schmecke, fühle, rieche die Nahrung, gebe ACHT, was mein Körper dazu sagt. Lecker, süß, füllend usw.

Oder ich schaue im Außen, wenn mein Mann mal wieder sein Geschirr nicht in die Spülmaschine geräumt hat. Ich lächle heute darüber, hatte es mich früher doch so auf die Palme gebracht. Aber es ist meine Palme und ich muss da wieder runter kommen und nicht oben verweilen, bockig und eingeschnappt. Ich sage es ihm ruhig und lieb oder mache es dann selbst. Denn über solche Kleinigkeiten ist es mühsam sich zu streiten oder sich selbst zu erzürnen. Der andere fühlt diese Gefühle ja sowieso nicht. Die Macht (und in mACHT steckt auch wieder das Wort ACHT) deiner Gedanken bestimmt wirklich, wie du maßgeblich durch den Tag gehst. Es ist soviel entspannter ein JA zu dem was ist auszusprechen, als mit ständigen Neins Dinge wegzaubern zu wollen, die doch schon längst da sind.


Durch Achtsamkeit erhalten wir einen Zustand geistiger „Entspannung“, mentalen Frieden! Es bringt uns Klarheit über unsere zerfahrenen Automatismen und Denkstile. 

  • Es bringt uns zur völligen Hingabe zu uns selbst mit all unseren Sinnen. Das Ja zu allem was ist!
    Es ist Bereicherung und Erfahrung zugleich. ?
  • Für mich ist es Liebe, Selbstliebe!

Gebt auf Euch acht, beobachtet euch, macht ein spannendes Erlebnis daraus, ihr werdet sehen – es wird euch nur weiter bringen und euren Lernprozess und den ständigen Flow unterstützen! ❤️

Namasté, Vego

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.