Essstörung – was tue ich meinem Körper nur an!

Wenn die Liebe nicht mehr durch den Magen geht …

Als Kind war ich immer schlank. Klar unser Körper ist da noch widerstandsfähiger, zäh und gewappnet für all die Dinge, die auf ihn einprasseln. Er ist ein geniales System, was immer an den inneren Ausgleich zu deinen Gunsten denkt. Er wird immer nur dein bestes wollen, das dürfen wir nie vergessen. Deshalb ist es auch wichtig, ihn mit guten, lebendigen Dingen zu füttern, um energiereich unser Leben genießen zu können.

Wie gesagt, als Kind war ich schlank …

Ich mochte aber von Anfang an nie gern Brot und wenn ich Fleisch aß, dann nur Huhn. Auch im Jugendlichenalter war ich immer recht schlank, konnte essen was ich wollte, nahm nicht zu. Irgendwann bekam ich den Mörder Nr. 1 verpasst die Pille (auch hier werde ich (m) eine Story und meine Erfahrungen mit Dir teilen). Mein Gewicht schoss in die Höhe! Hmm war es die Pille oder war es die Ernährung?

Getrieben von der Schönheitsindustrie und der Gesellschaft, die uns suggeriert, „wir müssen perfekt sein, um glücklich zu sein oder einem bestimmten Ideal entsprechen“, fing ich an, mich zu vergleichen mit Models anderen Frauen aus Film und Fernsehen. Und? Naja ich sah nicht so toll aus und hatte nicht diesen „perfekten“ Körper und ich begann mich zu hassen, mich unvollständig zu fühlen. Was habe ich auch anderes gelernt, meine Eltern „konsumierten“ genauso wie ich dieselbe Gesellschaft und konnten es nicht anders weitergeben, aber sie taten ihr bestes!

Ich habe keine Kontrolle mehr …

Ich hatte das Gefühl, ich konnte meinen Körper nicht mehr kontrollieren, ICH wollte bestimmen, wie ich aussehen möchte – nicht er! Ich aß weniger und fing irgendwann ganz an zu hungern, ja, ich rutschte in eine Essstörung. Denn es war der einzige Weg mir Kontrolle über irgendetwas in meinem Leben zu verschaffen. Mein Körper hat mir zu gehorchen und ich bestimme wie er auszusehen hat, egal wie er sich fühlt oder welche Bedürfnisse er gerade verspürt. Gefühle wurden ignoriert! Heutzutage ist das leider Standard! Das Hungern gab mir ein Gefühl von Stärke, unheimlicher Macht und Anerkennung. Aber war ich wirklich glücklich? Innerlich? Die Leute schauten auf mich und ich empfand ein Gefühl der Perfektion, aber war ich denn wirklich perfekt? Innerlich, vollkommen? Nein.


Der Teufelskreis begann …

Aber ich will doch nur gut aussehen, ich will doch nur schlank sein, damit ….? Damit was? Die Leute mich mögen? Wozu? Weil ich mich nicht einmal selbst genug lieben konnte und damals dachte ich, wenn es die anderen tun, werde ich es auch können oder dann geht es mir besser? What the fuck!…

Heute weiß ich, wie unwahr und schlecht diese Gedanken für den Körper sind und wie negativ sie unser Leben und unsere weitergehenden Entscheidungen beeinflussen. Es ist wie eine Sucht, die Anerkennung von außen. Doch es fehlt einfach an Liebe, überall in der Welt.

Wie lange habe ich meinen Körper also geschunden und geknebelt bis er nicht mehr konnte? Viel zu lange. Ich habe mir Abnehmpillen, Shakes etc. bestellt oder eben nur Wasser getrunken und fleißig Sport gemacht und meinem crazy monkey mind soviel Platz in mir zugebilligt, dass er mein Leben bestimmte. Wenn ich aß, naschte ich. Nur hier und da mal einen Schokoriegel, aber gesunde Ernährung sieht natürlich anders aus. Als ich dann eines Nachts aufwachte und hyperventilierte ging der Schrecken los. Meine Krankheitsgeschichte, Hashimoto – hier!


Mein Körper rebellierte zum ersten Mal und schrie mich förmlich an – STOP, hör doch mal hin, was tust Du.

Du tust mir weh! Hilfe …

Ich hörte nicht und ignorierte alle Zeichen. Ich blieb weiterhin „zäh“. Trank 1 Liter Milch am Tag und schaufelte mir die Schokoriegel rein, trieb weiter Sport um nicht zuzunehmen. Ich nahm zwar nun Schilddrüsenhormone, aber das reichte mir nicht. Ich fing zu allem Übel noch an zu rauchen, denn das kurbelt ja bekanntlich auch den Stoffwechsel an und man könnte ja noch ein wenig abnehmen. Mein Gewicht sank auch auf 47 kg. Ich war stolz, aber innerlich ausgelaugt, zerfressen und müde – so müde.

Und hatte ich mehr Anerkennung? Vielleicht, vielleicht wurde ich auf mein Äußeres reduziert, aber ist es das, was wir sind und wollen?

Ich trainierte wie eine Wilde, Sport definierte meinen Alltag. Und das Ergebnis? Ich wurde trotzdem wieder dicker, ja richtig ich wurde dicker. Ich nahm urplötzlich zu und das in einem rasanten Tempo. Ich gab auf, ließ alles los – weinte, brach zusammen. Ich war gescheitert. Dachte ich zumindest.

Ich war fett … angewidert von meinem eigenen Spiegelbild!

Ich bin hässlich, mich liebt ja sowieso niemand und ich glaube, viele von uns finden sich darin wieder, kennen diese Gedankenspiralen, in die wir uns immer tiefer verwickeln.

Ich hasste mich abgrundtief und war regelrecht angewidert von meinem eigenen Spiegelbild. Das müsst ihr euch einmal vorstellen, ich empfand Ekel, Ekel vor mir selbst. Kennt ihr das? Wenn ihr euch so über euren Körper, euer Aussehen und der Meinungen anderer Leute definiert? Irgendwann kann euer Körper nicht mehr und bricht zusammen. Der Druck ist zu groß und das ständige ignorieren der eigenen Existenz, des eigenen Seins ist die vollständige Ablehnung und kann nur in einer Opferrolle enden. Der Zusammenbruch ist der Hilferuf unserer Seele und wir müssen gewillt sein, diesen als solchen zu erkennen. Und da ich ein äußerst sensitiver Mensch bin, habe ich inne gehalten, kam an den Punkt, an dem ich meiner Lebenskraft das Ruder in die Hand gab und fing an wieder den Wind in meinen Segeln zu spüren.

Ganz aufgeben, war eben noch nie meine Devise. Ich musste eine Veränderung vornehmen. Das war Fakt. Primär fokussierte ich mich auf mein Essverhalten und entschloss mich, überhaupt erst einmal wieder etwas „Richtiges“ (Schokoriegel zählen ja nun einmal nicht zu nährstoffreicher Ernährung) zu essen. Alles erfolgte langsam, aber ich lernte wieder zu essen, wie ein Kind. Viele Essgestörte benötigen hierbei therapeutische Unterstützung und es gibt heutzutage viele Einrichtungen dafür, was ich ganz stark befürworte. Ich habe es allein geschafft und darauf bin ich mega stolz, wie ihr euch vorstellen könnt. Wie meine Geschichte und Ernährung sich daraufhin verändert und entwickelt hat, werde ich euch in einem anderen Post berichten.

 

Außerdem werde ich eine Podcastfolge zum Thema Gewicht starten, denn ich finde es unfassbar, dass wir uns so sehr von unserem Gewicht oder einer Zahl auf der Waage abhängig machen. Es ist verrückt, aber ich kann wirklich nachfühlen, was das für ein Teufelskreis das ist.

 

Ich hoffe, dass es euch nicht so ergangen ist und wäre interessiert daran, wie ihr zum Thema Essen und Essstörungen steht? Habt ihr ähnliche Erfahrungen oder ertappt ihr euch des Öfteren wie ihr darüber nachdenkt, was ihr gerade in euch reingestopft habt und wie es sich dann gleich auf eure tollen Kurven legt? Zählt ihr Kalorien? Auch dies tue ich nicht, nicht mehr. Auch eine Abhängigkeit, die wir nicht brauchen, auch nicht bei Hashimoto.

 

Ich wünsche euch, meine Schmetterlinge, wie immer viel viel Sonne im Herzen und freue mich, wenn ihr weiterhin dabei seid und auch meinen Hashipodcast abonniert und mit mir rockt,

 

Stay sparkling, Namasté
Eure Vego

 

 

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